Gratis Counter Die letzten Tage
button-0203
button-0203
button-0203
button-0203
button-0203
gast-0502

Die letzte Woche

von Marco

 

Es war Sonnabend. als wir wie jeden tag mein Töchterchen  Besuchen gefahren sind. Das schöne war das sie fast alleine geatmet hat, sie hatte nur eine Atemhilfe die sie daran erinnern sollte regelmäßig zu atmen.

Vor allem war sie viel wacher, sie war voll da und hatte ihre kleinen Äuglein sperrangelweit offen, lächelte und strampelte vergnügt, zum ersten mal war ich froh das es all diese Geräte gab die kontinuierlich pumpten piepten und sirrten, wenn man jeden tag ins Krankenhaus geht um sein Baby zu besuchen lernt man relativ schnell diese ganzen Geräte zu hassen, obwohl diese Apparate dein Kind am leben halten.

Nachdem jetzt die Infektionen endlich überstanden wahren und alle schmerzmittel auf ein Minimum reduziert wurden dachten wir es würde endlich Bergaufgehen endlich ein Lichtblick.

Sie schien so glücklich zu sein und es machte mir viel Spaß ihr zuzuschauen ihr kleines Lächeln rührte mich zu Tränen die mir langsam die Wangen runter liefen, könnte jetzt endlich alles besser werden alles ruhiger für meine kleine, ich nahm meine Frau in den Arm und hoffte das beste.

Ich sollte mein Töchterchen endlich zum zweiten Mal auf den Arm bekommen aber das ging nicht weil eine Frau Zwillinge bekommen hatte und die Schwestern voll ausgelastet waren,

ich dachte mir was soll’s morgen geht ja auch noch wir haben ja alle zeit der Welt.

 

Die Zeit hatten wir aber nicht, in der Nacht übergab Céline sich und musste Sonntag wieder intubiert werde es wurde davon ausgegangen das sie wieder eine Infektion haben könnte und das wurde überwacht, aber das war es nicht alle werte wurden überprüft aber es brachte keine nennenswerten Erkenntnisse.

Am Montag wurden wir angerufen Céline muss unbedingt Operiert werden wir sofort los ins Krankenhaus ,ein Arzt nahm uns in empfang er erklärte uns im ruhigem abgeklärten Ton das teile des Darms unseres Babys wohl abgestorben sind und das sie operiert werden müsse da das wohl das Problem ist weiter sagte er das es auch gut sein könnte das der gesamte Darm abgestorben ist und das im dem falle sie direkt wieder zugemacht würde und sie dann sterben müsse , noch fragen Ok dann mal los.

 

Wir wahren fertig wir beide wir warteten auf den verlauf der Operation Nervös und angespannt aber es ging alles gut, nachdem wir das wussten verabschiedeten wir uns von ihr und gingen zumindest für den Moment erleichtert nach hause.

 

Am Dienstag gab es neue Erkenntnisse und wir wurden mal wieder zum Gespräch gerufen sie hatte eine Thrombose das ist der Grund für all das die Thrombose verstopfte die Blutzufuhr zu den unteren Organen Niere Leber Darm all das wurde nicht mehr durchblutet sie Pinkelte auch nicht mehr und am Mittwoch haben die Ärzte und klar gemacht das es keinen sinn mehr hat alles vorbei tut uns leid wir können nichts machen es darf kein mittel gegen die Thrombose gegeben werden weil sie dann an der Gehirnblutung stirbt und wenn nichts gemacht wird dann stirbt sie an der Thrombose, so oder so Endstation.

 

Aber in dem Moment ging etwas in mir vor das Gefühl das es nicht sein kann das es nicht sein darf nein nicht meine Tochter waren wir nicht grad Sonnabend so Glücklich war nicht alles ok ich hatte damals das Gefühl das da irgendjemand war irgendeiner der gesehen hat wie Glücklich wir waren irgendeiner der mit einem großen Hammer unser kleines stück Hoffnung zertrümmern musste.

 

Im Nachhinein komme ich mir blöd vor wenn ich es so schreibe das ich auch nachdem drei Ärzte sagten es geht nichts mehr noch voller Hoffnung war das es vielleicht doch besser wird, das einfach alles gut werden muss.

 

Es wurde nicht besser am 24,09,04 um 04:11 Uhr klingelte das Telefon ich war innerhalb 1 Sekunde am Apparat weil ich in der Wohnstube auf dem Sofa die letzten 4 tage wache gehalten hatte, weil ich einfach nicht schlafen konnte oder wollte.

 

Es war das Krankenhaus, wer sonst, „es geht zu ende“ sagte die Schwester „alle werte sind eingebrochen, kommen sie vorsichtig her“.

Wir wurden von meinen Schwiegereltern ins Krankenhaus gefahren und die ganze zeit war ich am überlegen ob es vielleicht zu spät ist, das wir es nicht rechtzeitig schaffen erst jetzt verstand ich was die Schwester meinte wir sollen Vorsichtig ankommen.

 

Als wir ankamen lagen die Krankenzimmer im halb dunkeln und es war ruhig meiner Meinung nach viel zu ruhig, als wir das Zimmer in dem unter anderen auch Cèline lag betraten, mein Schwiegervater meine Schwiegermutter meine Frau und ich, setzte mein Herz einen schlag aus, der Brutkasten war leer, dann sah ich aber das seitlich vom Brutkasten verdeckt eine Schwester mit meiner Tochter auf dem Arm sass.

 

Sie hatte Céline aus dem Brutkasten genommen und wartete auf unsere Ankunft, uns fehlten die Worte damit hatten wir nicht gerechnet, ich nahm sie auf den Arm sie Schlief, dank der Schmerz und Schlafmittel, ganz ruhig die Werte hatten sich wieder stabilisiert, in anbetracht der Tatsache das viele Organe jetzt vollends ausgefallen waren, das schlimmste war das die Nieren gar nicht mehr arbeiteten und die gesamten Flüssigkeiten die zugeführt wurden sich in ihrem kleinen Körper ablagert hatten.

Die erste Zeit wechselten Sandra und ich uns ab, aber nach einiger Zeit machte Sandras Kreislauf nicht mehr mit ,weil sie starke Medikamente zum Abstillen bekam, und ich behielt sie auf dem Arm.

 Ab und zu musste ich sie  an meine Schwiegermutter weitergeben wenn es gar nicht mehr ging.

Vormittags kam Sandras Bruder mit seiner Freundin vorbei um uns Moralisch zu unterstützen, die beiden wahren zusammen mit Sandras Eltern eine große Hilfe.

 

Was ich persönlich am schlimmsten fand war die Tatsache das wir wie unter zwang die ganze zeit die Geräte beobachtet ,nur dieses mal nicht in der Hoffnung das es besser wird sonder in der Gewissheit das es zu ende geht, jeder Alarm könnte der letzte sein, und wenn zu wenig Sauerstoffsättigung da ist wird nachgeregelt wenn ein Wert fällt wir ein Medikament gegeben, immer weiter immer weiter mit aller Kraft der modernen Medizin wird das Leben das ihr stück für stück aus den kleinen Händen gerissen wurde versucht zu erhalten ,mit aller Gewallt zu verlängern obwohl jeder in dem Zimmer wusste das es keine Hoffnung mehr gab ,musste sie laut Gesetz mit allen der Ärzten möglichen Mitteln am Leben gehalten werden.

 

!7:00 Uhr wir wahren jetzt 12 Stunden im Krankenhaus der Lebenswille und die Bereitschaft zu kämpfen hielt sie nach wie vor am Leben sie lag kalt im meinem Arm und ich lies mir noch eine Decke bringen.

 

Zuerst wollte ich sie nicht auf dem Arm haben ich hatte Angst davor ich wollte sie in ruhe lassen , aber andererseits wollte ich sie auch nicht im diesem blöden Plastikkasten sterben lassen.

 

Um 21:00 Uhr verschlechterte ihr Zustand rapide und brachen ihre Werte teilweise vollends zusammen die Ärztin überprüfte den Herzschlag aber es schlug noch, ganz schwach so das die Geräte es nicht voll erfassen konnten.

 

Um kurz vor halb Zehn starb sie ,,--- ganz ruhig in meinen Armen und die Geräte wurden abgestellt es war still und für mich schrecklich laut entwich leise pfeifend das letzte bisschen Luft aus der Lunge meiner toten Tochter.

 

Das war echter Horror, und niemand sollte das erleben müssen, aber ich bin Froh das wir bei ihr wahren.